Special: Wie plane ich meine Rente?

 veröffentlicht, am 10.06.2014
 

Die Checkliste – von der Geburt bis zur Auszahlung des Ruhegelds


Geburt:
Eltern sollten die Geburt des Kindes und die Erziehungszeiten unbedingt bei der Rentenversicherung melden. Auch wer dort nicht versichert ist, kann durch Kindererziehungszeiten später eine (zusätzliche) Rente erhalten. Für Mütter von heute zählen die ersten drei Lebensjahre ihres Nachwuchses, was pro Kind bis zu 85 Euro Monatsrente bringt.

Einschulung: Höchste Zeit, mit der privaten Vorsorgeplanung zu beginnen, denn umso stärker wirkt der Zinseszins-Effekt. Nach Berechnungen des Frankfurter Finanzwissenschaftlers Raimond Maurer genügt es, wenn Eltern oder Verwandte dem Spross einmalig einen Geldbetrag quasi mit in die Wiege legen und dann das Geld bis zur Auszahlung mit 65 arbeiten lassen: Je nach langfristiger Zinsannahme reichen bereits 4400 Euro (bei 5% Verzinsung) bis 19 600 Euro (3% Zins), um eine lebenslange private Extrarente von 500 Euro im Monat zu erzielen. Aus 100 Euro monatlich werden so mit 63 dann 714 Euro Extrarente – bis Alter 93.

Beginn der Ausbildung: Seit 2005 haben Schule und Studium keinen Einfluss mehr auf die Rentenhöhe. Nur die Fachschule, Berufsvorbereitung sowie Azubi-Gehälter punkten weiter auf dem Rentenkonto.

Studenten: Wer schon möglichst früh rentenversicherungspflichtig arbeitet, sichert sich Beitragsjahre, die eine frühere Rente ohne Abschläge ermöglichen können. Aus Rentensicht sind Werksstudiengänge besonders attraktiv.

Eintritt in den Beruf: Spätestens jetzt sollte man die Berufsunfähigkeit absichern. Die gesetzliche Rente bietet zwar Reha- Maßnahmen, schützt aber nur noch sehr eingeschränkt vor Einkommensausfällen wegen Erwerbsunfähigkeit. Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente vom Staat hat nur, wer vor dem 2.1.1961 geboren ist. Alle anderen sollten einen privaten Schutz prüfen. Je mehr Vorerkrankungen bekannt sind und je riskanter der Beruf ist, desto eher lehnen Versicherer die Aufnahme selbst junger Leute ab. Sie dürfen das und müssen es nicht einmal begründen.

Heirat/Kinder: Zulagen z. B. für die Riesterrente abfragen. Für jeden Sparer, der pro Jahr 4% seines Einkommens auf die Seite legt (max. 2100 Euro abzügl. Zulagen), packt der Staat noch 154 Euro Grundzulage und ggf. noch Steuervorteile drauf. Pro Kind gibt es 185 Euro extra, für Kinder ab Geburtsjahr 2008 sogar 300 Euro. Die Riesterrente darf man ab 60 kassieren, bei Verträgen ab 2012 erst mit 62.

Während des Berufslebens: Wer früher in Rente gehen will, sollte seine Betriebsrente (in Form einer Direktversicherung, Pensionskasse, Unterstützungskasse, Pensionsfonds oder Direktzusage) an den geplanten Renteneintritt anpassen. Eine Auszahlung z. B. mit 63 dürfte kein Problem sein. Betriebliche Zeitwertkonten, auf denen sich etwa Überstunden oder Urlaubstage ansammeln, lassen sich ebenfalls für eine vorzeitige Rente nutzen. Allerdings sind sie bei Auszahlung zu versteuern. Vorteil: Auch während sich das Zeitwertkonto leert, stockt der Arbeitgeber weiter die gesetzliche Rente seines Mitarbeiters mit Beiträgen auf.

Mit 50: Höchste Zeit, das gesetzliche Rentenkonto zu klären. Sind alle Unterlagen da? Sind wirklich alle Zeiten gemeldet? Zur Sicherheit eine (kostenlose) Beratung (www.deutscherentenversicherung.de) vereinbaren.

Mit 60: Jetzt wird es ernst. Prüfen Sie, ob eine frühere Rente ab 63 wirklich finanzierbar ist. Denken Sie an finanzielle Verpflichtungen wie die laufende Hypothek auf Wohneigentum oder pflegebedürftige Eltern. Rechnen Sie alle Einkünfte zusammen. Faustregel: Sie sollten im Ruhestand auf etwa 80 Prozent Ihres letzten Nettoeinkommens während der Arbeitsphase kommen. Eventuell müssten Sie zur Sicherung Ihres Lebensstandards einen Hinzuverdienst im Ruhestand einplanen.

 

Quelle: http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/was-steckt-wirklich-drin-33-fragen-zur-neuen-rente_id_3852585.html